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Die blaue Holzbiene

Die Blaue Holzbiene

von Gregory Jäggli


© pixabay
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Wer in einem sonnigen Moment aufmerksam in der Nachbarschaft herumspaziert dem fällt zu dieser Jahreszeit die auffällige Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) auf. Entlang der Thurgauerstrasse in Opfikon ist sie regelmässig an der Breitblättrigen Platterbse (Lathyrus latifolius) anzutreffen, einer verwilderten Gartenpflanze, die sich in letzter Zeit immer mehr ausbreitet. Mit ihrem bis zu 28 mm langen, blauschwarzen Körper ist die grösste einheimische Wildbiene fast nicht zu verwechseln. Von Hummeln unterscheiden sie sich dadurch, dass sie schwarzblaue Flügel besitzen, während die der Hummeln transparent sind. 

Die Holzbiene nistet, wie die meisten Wildbienen, allein und nicht in Staaten wie die Honigbiene. Als einzige einheimische Wildbienen nagt sie ihre Nester mit ihren kräftigen Kiefern in sonnenbeschienenes Totholz. Wenn die Holzbiene für eine Blüte zu gross ist, um an den Nektar zu kommen, benutzt sie ihre Mundwerkzeuge und beisst die Blüte kurzerhand auf. Weil sie damit nicht in Kontakt mit dem Pollen der Blüte kommt und nichts zur Bestäubung dieser Blüten beiträgt, spricht man dann von Nektarraub. Ihre Brut versorgt die Blaue Holzbiene mit Pollen und Nektar von verschiedenen Pflanzen. Dabei ist sie nicht besonders wählerisch, bevorzugt aber den Pollen von Schmetterlingsblütlern, Lippenblütlern und Korbblütlern.

© pixabay
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Wer die die Blaue Holzbiene auch bei sich im Garten ansiedeln möchte, kann sie fördern, unabhängig des verfügbaren Platzes. Wenn Sie auf Ihrem Balkon einheimische Pflanzen pflegen, helfen Sie der Blauen Holzbiene, aber auch sehr vielen anderen Wildbienen und anderen Bestäubern. Idealerweise blüht Ihre Bepflanzung über eine möglichst lange Zeit. Dies bietet den Bienen lange Nahrung und freut auch uns menschliche Betrachter. Trauen Sie sich, in Ihrem Garten Unordnung zuzulassen. Herumliegendes Totholz bietet den Bienen einen Nistplatz und ist ein toller Rückzugsort für viele andere Kleintiere. Auch von offenen, kahlen Bodenstellen profitieren viele Tiere. Haben Sie etwas Geduld, wenn Sie den Holzbienen ein einwandfreies Heim anbieten und dieses nicht gleich bezogen wird. Die Holzbiene ist sehr standorttreu und nistet am liebsten in dem Holz, aus dem sie geschlüpft ist. Deshalb kann es eine Weile dauern, bis ein neuer Standort besiedelt wird. Wenn Sie Wildbienen ein Zuhause bieten, müssen Sie keine Angst davor haben gestochen zu werden. Die Blaue Holzbiene kann theoretisch stechen, wird in einer Gefahrensituation aber jederzeit die Flucht ergreifen, auch wenn ihr Nest bedroht wird.